Zeitwertkonto
FREIWILLIGES ANSPAREN ERMÖGLICHT SPÄTER EINE BEZAHLTE AUSZEIT.
Der ÖAAB Oberösterreich hat ein neues Modell für die flexiblere Gestaltung der Arbeitszeit entwickelt - das "Zeitwertkonto". Damit lassen sich "berufliche Auszeiten" oder ein früherer Pensionsantritt ohne Abschläge selbst finanzieren.
Gespag-Betriebsratsvorsitzender Harald Schwarzbauer und LH-Stv. Franz Hiesl haben sich geeinigt, dass das Zeitwertkonto mit 1. Juli 2010 im oö. Landesdienst und bei der Gespag als Pilotprojekt eingeführt wurde. ÖAAB-Bundesobfrau Johanna Mikl-Leitner will das Zeitwertkonto künftig allen Berufsgruppen ermöglichen.
V.l.n.r: ÖAAB-LS Georg Bachmair, Gespag-ZBR-Vors. LAbg. Harald Schwarzbauer, Gespag-Büroleiter Alfred Mayr, AK-Experte Dr. Klaus Mayr, AK-VPräs. Helmut Feilmair informieren gerne über das Modell Zeitwertkonto.
Details zum ÖAAB-Modell:
Flexible Lebensplanung gefragt
Die Anforderungen im Berufsleben werden immer härter. Stress, Hektik, länger Arbeiten - diesem Druck wollen viele Arbeitnehmer entfliehen. Einfach einmal mehr Zeit für sich und seine Kinder oder für die Weiterbildung zu haben. Dieser Wunsch bleibt meist verwehrt, denn ohne finanziellen Rückhalt ist das persönliche Vorhaben fast immer zum Scheitern verurteilt", so ÖAAB-Landesobmann Franz Hiesl.
Bezahlte Freizeit sparen
Mit dem ÖAAB-Modell entscheidet jeder Arbeitnehmer selbst, ob der Betrieb Überstunden, Zulagen, Prämien oder andere Sonderzahlungen steuerbegünstigt auf ein Konto überweist, um sich später einmal eine längere Freizeit ohne finanzielle Abstriche leisten zu können. Wofür diese "Auszeit" verwendet wird, bleibt dem Arbeitnehmer überlassen. Franz Hiesl: "Da viele Leute nicht bis 65 arbeiten können oder wollen, kann diese Zeit etwa vor ihrem gesetzlichen Pensionsantritt konsumiert oder bei Nicht-Inanspruchnahme in eine Zusatzpension umgewandelt werden.
Steuervorteile ausschöpfen
Beim Zeitwertkonto wird die Mehrarbeit nicht höher besteuert. Die Überstunden würden sogar unversteuert mit den Sozialversicherungsbeiträgen auf das Zeitwertkonto übertragen und wie bei der Betrieblichen Vorsorgekasse veranlagt. Im Bedarfsfall wird das Guthaben in Form von bezahlter Freizeit konsumiert und erst dann versteuert. Während der beruflichen Auszeit bleibt auch jeder sozial abgesichert.
Bei VW bereits erprobt
Das Modell hat der deutsche Autobauer Volkswagen in den Neunzigern in Wolfsburg entwickelt. Es hat sich bis heute bewährt. Franz Hiesl will dieser Idee daher auch in Österreich zum Durchbruch verhelfen und überzeugte sich selbst vor Ort von den Vorteilen dieses Konzepts.
"Das Modell ist absolut zukunftstauglich", ist Hiesl vom Zeitwertkonto überzeugt. Dem zusätzlichen Verwaltungsaufwand für Arbeitgeber würde die Möglichkeit gegenüberstehen, als attraktives Unternehmen qualifizierte Mitarbeiter besser binden zu können, so der ÖAAB-Landeschef.
Download:
ÖAAB-Infofolder zum Thema [157 KB]

