Tipps für einen guten Start in den Kindergarten
Mit dem Kindergartenbeginn ändert sich vieles im Leben des Kindes und der Familie. Der Eintritt in den Kindergarten bedeutet für das Kind vor allem eine Umstellung von bisher gewohnten Abläufen. Eine Phase der Neuorientierung beginnt. Wie diese Phase erlebt und bewältigt wird, hängt natürlich von jedem Kind, seiner Entwicklung, seiner Persönlichkeit und seinen bisherigen Erfahrungen ab.
„Der Besuch des Kindergartens hat unzweifelhaft positive Auswirkungen auf die Entfaltung der Kinder. In diesem Alter entwickeln sie die notwendige emotionale, soziale und körperliche Reife, die sie benötigen, um eine gewisse Zeit ohne ihre Hauptbezugsperson zu bleiben. Die Kinder lernen sich einzufügen und zu behaupten, sie lernen Konflikte kennen und im Optimalfall auch zu lösen. Gerade als Mutter weiß ich, wie schwierig die Trennung für die Kinder und vor allem auch die Eltern ist. Das läuft bestimmt nicht immer ohne Tränen ab. Wenn ich ehrlich bin, mir als Mutter war beim Start meines Kindes in den Kindergarten im vergangenen Jahr selbst auch ein wenig mulmig. Die im Vorfeld angebotenen Schnuppertage im Kindergarten leisten hier allerdings einen sehr positiven Beitrag. So helfen sie Zweifel und Unwohlsein am Beginn sowohl bei Eltern als auch bei Kindern entscheidend abzubauen. Um betroffenen Familien beim Kindergartenstart von Elternteil zu Elternteil entsprechend unter die Arme zu greifen, hat der ÖAAB deshalb wertvolle Tipps von Profis für die Familien zusammengestellt“, so die ÖAAB-Landesobmann-Stellvertreterin Mag. Birgit Losbichler.
Vor dem ersten Tag im Kindergarten:
- Das Loslassen üben – Das Kind sollte die Erfahrung gemacht haben, dass es sich kurzzeitig von den Eltern trennen kann und auch einer anderen Bezugsperson vertrauen darf.
- Kontakte zu anderen Kindern fördern – Laden sie Kinder desselben Kindergartens zu sich nach Hause ein, damit ihr Kind schon Freunde dort hat.
- Über den Kindergarten sprechen – Das Kind mit altersgerechten Büchern auf den Kindergarten vorbereiten und ihm erzählen, was es dort Interessantes gibt. Aber nicht unrealistisch positiv darstellen, sonst ist ihr Kind später enttäuscht.
- Sich mit dem Kindergarten vertraut machen – Beim Spazierengehen dort vorbei schauen und beim Tag der offenen Tür dem Kindergarten einen Besuch abstatten.
- Das Kind einbeziehen – Sie sollten es bei den Vorbereitungen mitentscheiden lassen, wenn sie Turnzeug und Pausendose kaufen und ihm erklären, wofür es das alles braucht.
Während der Anfangszeit:
- Ein ruhiger Beginn – Wenn der Tag ruhig beginnt, überträgt sich die Ruhe auf das Kind und wirkt den ganzen Tag nach. Daher früh genug aufstehen, damit sie nicht unter Zeitdruck kommen.
- Vertraute Gegenstände helfen – Ob Stofftier, Auto oder ein Tuch das nach Mama riecht. Vertraute Gegenstände helfen dem Kind über die Trennung hinweg.
- Langsame Eingewöhnung – Die Anfangszeit im Kindergarten noch auf ein bis drei Stunden begrenzen, bevor Sie es – wie vereinbart – wieder abholen. Daher den beruflichen Wiedereinstieg erst zwei bis drei Wochen nach Kindergartenbeginn ansetzen.
- Konsequent sein – Diskutieren sie nicht jeden Morgen, warum und ob ihr Kind wirklich in den Kindergarten muss. Sie sollten sich mit dem immer gleichen, liebevollen Ritual verabschieden und dann auch wirklich gehen.
- Verlässliches Abholen – Regelmäßigkeit ist auch hier sehr wichtig. Wer sich beim Abholen häufig verspätet, verliert irgendwann das Vertrauen seines Kindes.
- Nachmittags für Ruhe sorgen – In den ersten Wochen ist ihr Kind nach dem Kindergartenbesuch oft müde, weinerlich oder überreizt. Lassen sie es zur Ruhe kommen und die Eindrücke verarbeiten.

