Klares Nein für längere Laden-Öffnungszeiten
5. Jänner 2012
Heftige Kritik übt AK-VPräs. Helmut Feilmair an Richard Lugner. Dem Shopping Center Betreiber wären völlig freie Ladenöffnungszeiten am allerliebsten, so wie das beispielsweise in den USA der Fall ist. Menschen, die im Handel beschäftigt sind, dürfen nicht zu rund um die Uhr abrufbaren „Lugner-Menschen-Maschinen“ degradiert werden.
Die über zweitausend Jahre gewachsene Kultur von Sonn- und Feiertagen lassen wir uns ganz bestimmt nicht von einem Einkaufs-Oberlehrer aus Wien zerstören. Schließlich hat das Bundesland Oberösterreich den arbeitsfreien Sonntag in der Landesverfassung verankert. Herr Lugner muss wissen, dass die Oberösterreicher dabei mit großer menschlicher Klugheit gehandelt haben. „Genau diese große menschliche Klugheit, wo auch die Bedürfnisse nach einem gemeinsamen Familien- und Erholungstag noch einen Wert haben, würde ich mir auch von solchen Herrschaften wünschen“, sagt Feilmair.
Unsere Gesellschaft kämpft mit zahlreichen Problemen. Ein solches unerfreuliches Phänomen davon ist die sehr rasch wachsende Anzahl an Burnout-Erkrankungen. Burnout mag vielfältige Gründe haben, aber ganz wesentliche Gründe davon sind auch der ständig wachsende Stress und die immer kürzer werdenden Ruhe- und Erholungsphasen der Menschen. „Mich würde schon interessieren, auf welche Weise Lugner die wachsenden Burnout-Erkrankungen eindämmen will, und vor allem auch, wie er die durch Burnout verursachten Kosten finanzieren will“, sagt Feilmair.
Ein Grundsatz ist absolut unverrückbar: Der Handel und die Wirtschaft sind für die Menschen da, und keinesfalls umgekehrt. An erster Stelle müssen immer die menschlichen Bedürfnisse stehen und diese werden keinesfalls immer in „Lugner-Euros“ bemessen. In allen Umfragen unter Jugendlichen ist der Wunsch nach einer intakten Familie ganz oben zu finden. Für eine glückliche Familie ist es nicht unbedingt notwendig, dass man am Sonntagnachmittag in der Lugner-City einkaufen kann. Auch das muss dem Herrn einmal deutlich ausgerichtet werden.
Lugner begründet seine Initiative zur Ausweitung der Ladenöffnungszeiten auch mit der Tatsache, dass an Sonn- und Feiertagen auch in den Spitälern gearbeitet wird. „Diesen großen Zynismus weise ich mit großer Entschiedenheit zurück“, sagt Feilmair abschließend.

