ÖAAB macht sich für Lehrlinge stark
17. Juni 2010
Jeder junge Mensch braucht seinen festen Platz in unserer Gesellschaft – Ausbildung und Arbeit sind die alles entscheidenden Voraussetzungen dazu. Besonders Lehrlinge erbringen hervorragende Leistungen in den Betrieben, die oft viel zu wenig gewürdigt werden. „Es kann daher nicht sein, dass in einigen Branchen Lehrlinge im 1. Lehrjahr mit einer Lehrlingsentschädigung von deutlich unter 300 Euro das Auslangen finden müssen“, betont OÖAAB-Landessekretär Georg Bachmair.
Vor allem differenzieren die Lehrlingsentschädigungen – je nach Beruf – um über 100 Prozent, sodass es oftmals erhebliche Einkommensunterschiede gibt. „Der ÖAAB Oberösterreich fordert deshalb eine Mindestlehrlingsentschädigung in der Höhe von 500 Euro im 1. Lehrjahr im Kollektivvertrag zu verankern“, konkretisiert Bachmair die ÖAAB-Forderung.
In einigen Branchen müssen Lehrlinge von ihrem zumeist deutlich unter 500 Euro liegendem Lohn/Gehalt auch die Internatskosten für ihre Berufsschulaufenthalte aus der eigenen Tasche bezahlen, weil es hier keine Regelungen im Kollektivvertrag gibt. Viele andere Berufszweige haben solche Kostenübernahmen des Arbeitgebers im Kollektivvertrag hingegen bereits verankert. „Erklärtes Ziel muss es somit sein, dass in allen Branchen für die Internatskosten der Dienstgeber aufkommt. Allerdings bedarf es vor allem für kleinere Betriebe einer Unterstützung, damit die finanzielle Belastung für die Lehrherren nicht zu groß wird“, unterstreicht Bachmair das Eintreten des ÖAAB für Lehrlinge.
Zu diesem sich stark machen für unsere Fachkräfte von morgen gehört außerdem „die Schaffung einer zentralen Anlaufstelle, wo Lehrlinge gebündelt – und nicht wie bisher bei verschiedenen Stellen – Informationen zu den wichtigsten Fragen am Beginn des Berufslebens erhalten. So werden vom Land OÖ. zwar einige Förderungen an Lehrlinge vergeben, jedoch bedarf es dazu mehrerer Formulare. Als Vertreter gerade auch der jungen Arbeitnehmer fordern wir daher eine Anlaufstelle, wo Lehrlinge mit einem einzigen Formular, alle Förderungen beantragen können“, ist der OÖAAB-Landessekretär überzeugt vom notwendigen Handlungsbedarf.
Der ÖAAB gibt damit die zentralen Anliegen unserer Lehrlinge wieder, die rund 60 junge Menschen bei der vom ÖAAB initiierten Diskussionsveranstaltung „Zukunft.Lehre“ selbst zur Sprache gebracht haben. „Lehrlinge sind engagierte Leute, die wissen, was sie wollen. Wir – als Serviceeinrichtung ÖAAB – unterstützen sie deshalb bei ihren Forderungen und werden unseren erfolgreichen Dialog mit den Lehrlingen daher fortsetzen“, kündigt Bachmair noch weitere Debatten zur Aufdeckung von Problemen von Lehrlingen an.